Photogrammetrie

Grundlage jeder Rekonstruktion eines Straßenverkehrsunfalls ist die genaue, maßstabsgerechte Darstellung der Unfallstelle von oben. Im einfachsten Fall lässt sich diese durch die photogrammetrische Entzerrung eines möglichst senkrecht aufgenommenen Luftbildes herstellen.

Hierzu verwenden wir das Programm PC-Rect 4.2 von DSD [Dr. Steffan Datentechnik Ges.m.b.H.]. Im Idealfall wird eine Masche auf der Fahrbahn durch vier Messpunkte in einem Viereck markiert und mit einem Laser-Entfernungsmesser (Leica DISTO™ D810 touch) vermessen.

Zur Definition der Masche reicht eine Diagonale. Die zweite Diagonale (in dem Bild grün eingezeichnet) dient der Kontrolle der Masche. Das Ergebnis ist eine sehr genaue Draufsicht der Örtlichkeit, die als Grundlage für eine Simulation verwendet werden kann. 

Wenn die Topografie einer Unfallstelle bedeutsam ist, lässt sich diese mit einem 3D-Modell der Örtlichkeit darstellen.

Masche vermessen mit Disto-Laserentfernungsmesser
Masche vermessen mit Disto-Laserentfernungsmesser
Masche in Pc-Rect
Masche in Pc-Rect

Damit ist es auch möglich, die Sichtlinien zwischen den Fahrzeugen korrekt darzustellen, die sich beispielsweise durch Objekte am Fahrbahnrand ergeben. Hierzu wird von uns vorzugsweise das Programm Metashape  verwendet. Die Agisoft Software nutzt die Photogrammetrie als Auswertungsverfahren, um aus Fotos eine dreidimensionale Punktwolke zu erzeugen. Hierzu wird von der Software in zahlreichen Bildern, die aus verschiedenen Kamerapositionen aufgenommen wurden, automatisch nach Übereinstimmungen markanter Punkte gesucht. Von den erkannten Punkten werden die Positionen im Raum errechnet und daraus letztlich eine Punktwolke erstellt.

3D-Punktwolke erstellt mit PhotoScan

Je nach Ausdehnung der Unfallstelle sind etwa 80 bis 250 Bilder  erforderlich, um eine 3D Punktwolke mit ausreichender Auflösung zu erhalten. Wenn der Quadrocopter nicht eingesetzt werden kann/darf, wird eine eine Nikon Z9 mit einem Monopod-Carbon-Hochstativ verwendet, um die Bilder aufzunehmen. Alternativ können wir in Kooperation mit der ISH-Claims GmbH Laser-Scans von Unfallstellen anbieten. Diese haben den Vorteil einer höheren Auflösung, sind aber nur bei kleineren Unfallstellen praktikabel.