Unfallstellen

Grundvoraussetzung für die Rekonstruktion eines Verkehrsunfalls ist die genaue Kenntnis der Unfallstelle zum Zeitpunkt des Ereignisses. In der Regel wird die Unfallstelle von uns photogrammetrisch vermessen. Die Vermessung erfolgt oft erst Monate oder Jahre nach dem Unfall. Deshalb ist anhand von Fotos, die von der Polizei oder den Beteiligten zeitnah gefertigt wurden, zu überprüfen, welche Veränderungen stattgefunden haben.

Bei der Bildauswertung ist insbesondere die Fahrbahnbeschaffenheit (nass, trocken, vereist, verschmutzt) festzustellen. Außerdem können Spuren und Endlagen von Fahrzeugen aus Fotos mit Hilfe der Photogrammetrie rekonstruiert werden. Manchmal ist es erforderlich, eine Unfallstelle mehrfach zu besichtigen, da beim Festlegen eines Ortstermins (2 bis 6 Wochen zuvor) nicht absehbar ist, wie das Wetter am Tag des Ortstermins ist. 

Für eine Unfallanalyse werden die Unfallstellen photogrammetrisch vermessen.

Der notwendige Genehmigungsaufwand für den Einsatz professioneller Drohnen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Deshalb wurde eine alternative Methode gesucht und gefunden. Es wird ein sechs Meter langes Monopod-Carbon-Hochstativ mit einer Systemkamera Nikon Z7 oder Z9 mit Objektiv Nikkor Z 14-30 mm f/4 S verwendet, um eine Serie von ca. 70 bis 250 Fotos zu fertigen. Mit dem Programm Metashape von Agisoft wird aus den Fotos mit einer Auflösung von 8256 x 5504 Pixel eine dreidimensionale Punktwolke erzeugt. Für ein gutes Ergebnis sind trockene Fahrbahn und passende Lichtverhältnisse (ohne harte Schatten oder Schnee) Voraussetzung. Das Ergebnis ist erheblich genauer als eine 2D-Photogrammetrie. Diese Methode wird aktuell auf Bundesstraßen und Autobahnen angewendet.

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